Minna Whipple - Story


TEIL 1 -
Es war einmal an einem windigen Herbsttag im 19. Jahrhundert in Birmingham, England...
als ein vermummter mit Lumpen bekleideter Mann mit einem zerzausten 2 Jährigen rothaarigen Mädchen auf dem Arm, sich den Weg zu einem Waisenhaus bahnt.
Hastig steigt der unbekannte die Treppen hoch zur Eingangstür des Waisenhauses. Als er an die Holztür pocht fallen einige Herbstblätter auf seinen Hut und sanft auf den Boden. Es dauert eine Weile bis die Tür sich öffnet. Nun aber mit Wucht. Eine Dame mit schwarzen Locken und einem Schürzenkleid schaut neugierig auf die zwei neuen Besucher. "Na wen haben wir denn da?" fragt sie bestimmend jedoch zugleich beruhigend als hätte Sie alles im Griff. Der Mann reicht ihr das rothaarige Mädchen und rennt davon. Er verschwindet hinter einer der drei Gassen, die von dem Waisenhaus ausgehen. Die Oberschwester schaut verdutzt den aufgewirbelten Blättern hinterher dort wo der Mann gerade eben noch her rannte.
Sie ruft im hinterher "He Sir, kommen Sie sofort zurück. So läuft es hier nicht." Eine andere Schwester kommt aus dem Waisenhaus zur vordersten Tür heraus und fragt was denn los sei. "Mal wieder ein namenloses Waisenkind. Das zweite in 4 Wochen". Langsam schließt sich die Eingangstür, während die drei hinter ihr verschwinden. Von dem Mann ist nichts mehr zu sehen. Keiner weiß wer er war und wieso er so schnell das Weite suchte.
Hinter den Wänden des Waisenhauses wird diskutiert wie das Kind heißen solle und in welchem Zimmer es untergebracht wird. Die Polizei habe ja besseres zu tun als sich um ein Waisenkind zu kümmern, hört man spottend aus einem der Büroräume der Schwestern. Alle beharren darauf den schönsten Namen gefunden zu haben. Als die jüngste der Schwestern ihren Vorschlag in die Runde wirft, hört man ein kleines Jauchzen von dem rothaarigen Schopf. "Minna! soll sie heißen". Verwundert schauen die Schwestern sich an. "Nun damit ist es klar", sagt die Oberschwester erleichtert.
Die kleine wird in ihr Zimmer mit noch 5 anderen Kleinkindern gebracht. Alle ungefähr in ihrem Alter. Es wird Abend und die Lichter in der Stadt gehen aus. Minna schläft schon und die anderen Kinder auch. Man hört nur noch das laute Kichern von den älteren Waisenkindern im 2. Stock, durch den Flur schallen. Plötzlich knarrt es an der Treppe eine der Schwestern hastet nach oben in den 2. Stock. Von unten hört man eine Tür quietschen gefolgt von einem lauten "Psscht" der Schwester. Nun aber wird es still im Waisenhaus, während der Wind draußen durch die Gassen von Birmingham fegt.
Die Jahre vergehen und aus dem kleinen zwei jährigen Rotschopf ist ein sechsjähriges fantasievolles Mädchen geworden.
In der Gruppenversammlung des Waisenhauses hat Minna es schon gehört..bald muss Sie zur Schule gehen. Traurig blickt Sie aus dem Fenster und erinnert sich an all die Tage in denen Sie frei sein durfte. Mit ihrer Freundin Luise hat Sie sich immer unglaubliche Geschichten ausgedacht, was den Schwestern gar nicht gefiel. Einmal meinte sogar die Oberschwester zu ihr "mit deinen Flausen im Kopf wirst du es später schwer haben viele der Waisenkinder werden kriminell aber davon verstehst du noch nichts. Du und deine Kinkerlitzchen!".
Doch war Minna alles andere als von Kinkerlitzchen inspiriert. Die Art wie Sie sich in Ihren Geschichten die Welt verschönerte war äußerst einfallsreich und bedeutsam. Oft fiel Sie in eine Welt aus tausend Tagträumen. Nun jedoch finge der Ernst des Lebens an. Minna hatte ein Kribbeln im Bauch ein sehr unangenehmes Gefühl wenn sie an die Schule dachte. Es vergingen ein paar Tage und eine Woche die Minna voll und ganz ausnutzte bevor Sie ihren ersten Schultag haben würde.
Dann am Morgen des 16. Juni 1857 war es soweit. Die Schultasche war schon am Vorabend gepackt worden. Minnas Schüchen stehen ordentlich neben Ihrem Bett. Um 8 Uhr kommt eine der Schwestern in Minnas Zimmer herein um sie alle zu wecken. " die Schule fängt um 9 Uhr an seid pünktlich!" ermahnt Sie Minna und Ihre Freundinnen. Minna musst sich nur noch waschen, Zähne putzen und anziehen. Zögernd zieht Minna sich die Schuhe an. Das Kleid ist zwar grau aber dennoch sieht es an ihr sehr herzlich aus. Sie schreitet aus der Zimmertür heraus, als sich auch schon die Oberschwester mit ihren lauten spitzhackigen Schuhen, welche Sie von einer Hochwohlgeborenen geschenk bekommen hatte, wie Sie stolz einmal vor der ganzen Versammlung erzählte, nähert. Tief und suchend nach einer Prise Dame in der Kleinen starrt die Oberschwester Minna in Ihre funkelnden braunen Augen und fragt missmutig "Na ich hoffe du hast heute keine Flausen im Kopf! Wehe wenn ich mir irgendeine Beschwerde des Rektorats anhören muss." Minna nickt unbeholfen und zieht dabei Ihre Schultern hoch. 
Auf dem Weg zur Schule klammert sich Minna an Ihre Schultasche. Luise rennt Ihr hinterher und ruft erstaunt "He warte doch wieso läufst du denn ohne mich los?". "Oh entschuldige ich war zu aufgeregt verzeih mir" antwortet Minna. Beide laufen Hand in Hand den Schulweg entlang.
Vor dem Eingang der Schule bemerkt Minna, dass die Burschen alle einen anderen Eingang nahmen als die Mädchen. Drinnen versammeln sich dann alle Schüler von der ersten bis zur achten Klasse. Die Ältesten Schüler sind 14 und die Jüngsten 6. Alle werden zusammen auf drei Klassenräume verteilt. Minna kommt mit einigen Lausejungs in eine Klasse. Als Sie sich alle hinsetzen, dauert es nicht lange bis einer der frechen Mitschüler an Minnas Haaren zieht. "Aua!" ruft Minna durch das ganze Zimmer. Der Lehrer echauffiert sich und befiehlt Minna aufzustehen und 40 mal an die Tafel zu schreiben: "Im Schulunterricht wird nicht laut in die Klasse gerufen". Nach dem 19. Satz werden Minnas Arme schwach und um durchzuhalten fängt Sie an zu träumen. Sie stellt sich vor wie die Tafel sich in eine riesige hellbraune Schokolade verwandelt. Der Lehrer fragt Sie ob Sie schon fertig sei. Minna erschreckt sich zuerst als Sie den Bonbon-Kopf des Lehrers erblickt. Kichernd nickt Sie und dreht sich wieder zur Tafel hin. Hätte Sie ein Sack voller Süßigkeiten, würde Sie ihn jetzt für alle Kinder in die Luft werfen. Minna war zum Ende der 2. Schulstunde fertig geworden. Sie setzt sich wieder auf Ihren Platz. Plötzlich haut der Lehrer bestimmend mit seinem Stock auf den Pult und erklärt die Schule für beendet, da es der erste Schultag ist.
In den darauf kommenden Jahren und Tagen wurde Minna immer wieder von den Schülern ausgelacht und den Lehrern ignoriert und sogar teilweise beschimpft. Dies alles führte zu einer noch stärker ausgeprägten Fantasie seitens Minna. Die Geschichten, die Sie Ihren Zimmergenossinnen erzählte wurden immer visionärer und spannender. Minna weinte ab und zu. Jedoch war Sie eine willensstarke Person und gab niemals die Hoffnung auf ein besseres Leben auf. Ihre Fantasie war genauso hilfreich für Ihre Psyche wie für die Ohren Ihrer Freundinnen, die es als Waisen nicht gerade weniger schwer hatten.
Die Jahre vergingen wie im Flug und Minna beendete die Schule mit 13 Jahren. Am Ende der 8. Klasse war Minna dann fertig und versuchte auf Märkten mit Schuhe putzen Geld zu verdienen. Dies reichte jedoch kaum für einen Unterhalt. Mit 14 wollte die Oberschwester Minna rauswerfen. "Versuch dein Glück auf der Straße. Hier haben wir kaum noch Platz!" sagte Sie schamlos zu Minna. Zum Glück hatten zwei andere Schwestern die 14- Jährige in Ihr Herz geschlossen. Somit wurde der Rotschopf noch drei Jahre länger in die Fittiche des Waisenhauses von Birmingham genommen.
Es ist 1865 und mittlerweile fängt Minna überall wo Sie hingeht zu träumen an um Ihrem beschwerlichen Leben einen Hauch Hoffnung zu geben. Eines Mittwochs geht Minna mal wieder auf den Markt um die Schuhe der Damen und Herren von Birmingham zu putzen. Sie will gerade nach Hause gehen, als  sich Ihr ein netter alter Mann mit Hut und schicker Jacke nähert. Freundlich fordert Er Sie auf Ihm die Schuhe zu putzen. Minna sieht mit Ihrem geschulten Auge, dass er Wohlstand hat und beschließt Ihm die Schuhe zu polieren. Währenddessen erzählt der alte Mann Minna seine halbe Lebensgeschichte. Gervais Nicolas ist sein Name. Er habe seine Frau schon früh verloren. Und seine Kinder wollen nichts mehr mit Ihm zu tun haben. Er habe Heimweh nach Paris wo er ursprünglich herkommt. Und wohne seid 1844 in Birmingham. Plötzlich unterbricht Minna Ihn und fängt an Ihm von Ihren Visionen und Ihrem Schlaraffenland, von dem Sie öfters träumt, zu erzählen. Neugierig und fasziniert hört Gervaise Ihr zu bis Er auch Sie unterbricht:"Im französischen nennt man es "Le Pays de Cocagne", fügt er hinzu. "Wenn ich dich hier Morgen um 13 Uhr wieder antreffe, zeige Ich dir eine Welt, die du noch nie zuvor gesehen hast", versichert Gervaise. Minna nickt aufgeregt, packt Ihre Sachen und läuft schnell nach Hause.
TEIL 2 -
Am nächsten Morgen regnet es. Minna schaut aus dem Fenster des Waisenhauses als Ihr plötzlich Gervaise einfällt. Freudig springt Sie auf und hastet in die Ecke des Zimmers. Dort schlüpft Sie geschwind in Ihre Schühchen hinein. Sie rennt an der Oberschwester vorbei, welche Sie noch aufhalten will, bevor Minna Ihr die Tür mit einem Ruck vor der Nase zu schlägt. Verwundert öffnet die Oberschwester die Türe um nach Minna zu sehen, welche sich jedoch schon auf dem Weg zum Markt befindet und nicht mehr zu sehen ist. Hastig läuft Minna zu der Stelle, wo Sie gestern auf Gervaise traf. Es ist kurz nach 13 Uhr und Minna beißt sich auf Ihre Unterlippe. Ihre Augen schwenken rechts und links über den ganzen Markt, als Sie eine Gestalt inmitten der Menge erkennt. Es ist Gervaise! Er kommt gerade auf Sie zu, verbeugt sich und nimmt den Hut ab. "Guten Tag, die Dame" sagt er mit einem höflichen Ton. Minna erwiedert den Gruß und fragt neugierig: "Gervaise, gestern hatten Sie mir versprochen Sie würden mir etwas geheimnisvolles zeigen, gilt dies denn noch?", fragt Minna neugierig. Gervaise nickt vielversprechend und zeigt Minna den Weg. Sie laufen zur 64. Edmund Street. Dort steht zwischen zwei Häusern ein schicker kleiner Laden. Minnas Pupillen weiten sich und Sie kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Ist das etwa ein Süßigkeiten-Laden?" fragt Sie erwartungsvoll. "Ja. Und ich bin der stolze Besitzer." Ein kleines Lächeln bildet sich auf seinen Lippen und er fährt fort: "Ich habe den Shop seid Ich nach England gezogen bin." Gervaise bittet Minna in seinen Laden herein. Sie schreitet durch die Tür, es klingelt. Überall glitzern Bonbon- Papiere und Zucker. An der Theke sind große Lollis verpackt. Mindestens 60 verschiedene Bonbon- Sorten. Etliche Schokoladen-Tafeln nebeneinander verteilt auf der rechten Seite in der hintersten Ecke des Ladens. Gelee-Bonbons, Frucht-Bonbons, Marzipan-Figuren, Schoko-Kugeln, Marshmellow-Streifen, Lakritze und vieles mehr erblickt Minna mit Ihren glücklichen Augen.

Sie kann es kaum fassen. Gervaise beobachtet wie Minna sich den Laden von oben bis unten und vorne bis hinten ganz genau unter die Lupe nimmt. Man hört ein heiteres Lachen aus Gervaise Bauch, wie als ob er der Wheinachtsmann persönlich wäre. Er geht in den hintersten Teil seines Ladens und kommt mit einer Bonbon-Schachtel wieder hervor, welche Er Minna in die Hand drückt. Als Sie auf die Schachtel blickt, dreht sie sich zu Gervaise um und fragt:"Kann ich dir eine Geschichte erzählen ?" Gervaise nickt und beide setzen sich hinter die Theke. "Es war einmal.." fängt Minna an und lässt Ihrer Fantasie freien lauf. Inspiriert durch die Süßigkeiten um sie herum erzählt Sie von einem Schlaraffenland in dem es unter anderem Zuckerwatte-Wolke gibt, Bäume an denen Lollis wachsen, Bäche in denen Schokolade fließt und vieles mehr. Gervaise hört Ihr gespannt zu ..jetzt fängt auch er an zu träumen. Alles um Sie herum verwandelt sich in viele Teile eines Schlaraffenlands.

Hand in Hand spazieren Sie an Wackelpudding-Bergen vorbei. Minna rennt Ihnen entgegen, als Sie plötzlich in einen Fluss fällt. Ganz braun voll Schokolade liegt Sie im Flussbett und taucht mit Ihrem Finger in die Schokolade ein. "Mmh schmeckt gut!" sagt Minna euphorisch, während Sie zu Gervaise schaut. Gervaise lacht herzlich und nimmt sich einen Zuckerapfel vom Baum. 

Plötzlich knallt ein Riesen Bonbon Gervaise vor die Füße. Es regnet tatsächlich Bonbons. Minna rappelt sich auf und rennt durch die fallenden Bonbons unter den Baum zu Gervaise. Die Sonne geht bald unter im Schlaraffenland und als es aufhört zu regnen schlagen sich beide den Bauch mit Süßigkeiten voll bevor Sie im Geschäft wieder aufwachen. Der Zauber ist vorbei und alles verwandelt sich zurück. Minna schaut verwirrt auf die Uhr. "ach du meier", sagt sie verdutzt, "wir haben ja schon halb 7. Das ist sehr verwunderlich. Im Schlaraffenland scheint die Zeit nur sehr schnell vorbei zu gehen." Gervaise rafft sich auf und begleitet Minna bis nach Hause vors Waisenhaus. Minna schleicht sich heimlich in Ihr Zimmer. Als Sie Ihre Schuhe auszieht, wacht Ihre Freundin Luise auf. Verwundert fragt Sie "wo warst du denn die ganze Zeit?" "Das erzähl ich dir vllt morgen" antwortet Minna kichernd. 

FORTSETZUNG FOLGT..

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